NEIN ZU NAZIS UND CO.

von Claudia Amberg

So lautete der Titel von drei Workshops für unsere neunten und zehnten Klassen am 07. und 09. Mai in unserer Aula. In einer dreistündigen Präventionsveranstaltung informierte Herr Estrada von der BIGE (Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus) die Schüler umfassend über das Thema Rechtsextremismus. Am Anfang wurde der Begriff Rechtsextremist definiert und erläutert, warum der Rechtsextremismus verfassungsfeindlich ist und gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verstößt. Im Anschluss erarbeiteten die Schüler anhand eines Lehrfilmes mögliche Ursachen und Gründe, warum man als Jugendlicher in die rechte Szene abrutschen könnte. Im Laufe des Workshops wurden dann noch folgende Themenschwerpunkte angesprochen:

  • Was sind rechtsextremistische Vereinigungen oder Parteien (NPD, Der Dritte Weg …)?
  • Was sind Themen der rechten Szene (Islamfeindlichkeit, Antisemitismus ...)?
  • Wie ködern Rechtsextremisten ihren Nachwuchs (Musik, Internet, Schulhof …)?
  • Woran kann man einen Anhänger der rechten Szene erkennen (Kleidung, Symbole …)?

 

Am Ende jeder Veranstaltung erklärte Herr Estrada, wie man sich am besten vor den Fängen rechtsextremistischer Gruppierungen schützen könne. Zudem nannte er Kontaktstellen und Ansprechpartner, falls man selbst oder vielleicht ein Freund Rat und Hilfe brauchen sollte.

 

Den Abschluss dieser Präventionsveranstaltung bildete ein Interview mit einem Aussteiger aus der rechtsextremistischen Szene. Mit Baseballkappe und Sonnenbrille ausgestattet erschien „Michel“ zusammen mit drei Begleitern, die für seinen Schutz zuständig sind, in der Aula und beantwortete zuerst 45 Minuten lang die Fragen von Herrn Estrada. Danach durften unsere Neunt- und Zehntklässler ihre Fragen stellen, die „Michel“ offen und ehrlich beantwortete, solange sie keine Rückschlüsse auf seine Identität zuließen. Bei manchen Antworten stockte den Schülern der Atem. Vor allem die Schilderungen mit welcher Gewalt und Brutalität „Michels“ Gruppe zum Teil gegen Ausländer und Linksextremisten vorging, verdeutlichte den Schülern die Handlungsweisen der rechten Szene. Auch die immer noch andauernde Gefährdung seines Lebens aufgrund von Morddrohungen früherer Kameraden und die damit verbundene ständige Wahrung seiner Anonymität zeigte den Schülern, wie gefährlich und gewaltbereit rechte Gruppierungen sind.

 

Am Ende des Interviews bedankten sich die Schüler mit anhaltendem Beifall für die Offenheit des Aussteigers und gaben Herrn Estrada ein positives Feedback bezüglich der Inhalte und Methoden des Workshops.

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