Vom Klassenzimmer in den Gerichtssaal
von Nikola Schaupp
Die 9b besuchte das Amtsgericht Gemünden
Nachdem sich die Klasse 9b im Wirtschaft-und-Recht-Unterricht zuletzt intensiv mit dem Strafrecht beschäftigt hatte, hieß es am Mittwoch, den 22. Juli 2026: Raus aus dem Klassenzimmer und rein in den Gerichtssaal! Gemeinsam mit Frau Schaupp und Frau Peschel machte sich die Klasse mit dem Zug auf den Weg zum Amtsgericht Gemünden. Organisiert hatte die Exkursion Frau Schaupp, um aus der grauen Theorie einmal echte Gerichtspraxis werden zu lassen.
Doch bevor die Verhandlung beginnen konnte, wartete bereits die erste Herausforderung: die Sicherheitskontrolle. Und hier zeigte sich leider, dass die 9b aus der Sicherheitskontrolle beim Besuch der Frankfurter Börse offenbar nur bedingt gelernt hatte. Wieder einmal hieß es: Parfüm, Feilen, Scheren, Zirkel & Co. – bitte abgeben! Vielleicht klappt es ja beim geplanten Bundestagsbesuch im neuen Schuljahr im dritten Anlauf.
Danach wurde es ernst: Verhandelt wurden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei viele Abläufe wiedererkennen, die sie zuvor im Unterricht kennengelernt hatten. Auf das mit Spannung erwartete Urteil mussten sie allerdings verzichten. Zunächst soll durch eine ärztliche Untersuchung geklärt werden, ob aufgrund der Drogenabhängigkeit des Angeklagten eine Behandlung bzw. Unterbringung in einer Entzugseinrichtung anstelle beziehungsweise im Zusammenhang mit einer möglichen Freiheitsstrafe infrage kommt.
Dass es deshalb an diesem Tag kein Urteil gab, sorgte bei einigen zunächst für etwas Enttäuschung. Dafür nahm sich der Richter im Anschluss viel Zeit für die Fragen der Klasse. So konnten die Schülerinnen und Schüler noch einmal ganz direkt nachhaken und einen spannenden Einblick in den Berufsalltag und die Entscheidungsfindung eines Richters erhalten.
Nach so viel Strafrecht durfte der angenehme Teil des Tages nicht fehlen: Bei Eis und Döner ließ die 9b die Exkursion gemeinsam ausklingen, bevor es mit dem Zug zurück nach Lohr ging.
Ein interessanter Vormittag, der gezeigt hat, dass eine echte Gerichtsverhandlung nicht immer so endet wie im Fernsehen – und dass man Scheren und Feilen bei Sicherheitskontrollen vielleicht wirklich irgendwann zu Hause lassen sollte.
Nikola Schaupp, StRin (RS)

